Allianz Risk Barometer: Wachsende Sorge vor „Cyber“ und rechtlichen Veränderungen

Der Versicherungskonzern Allianz erfasste wiederum weltweit die Sorgen und Ängste der Unternehmen. Gemäss dem Allianz Risk Barometer 2019 sind Cybervorfälle und Betriebsunterbrechung die grössten Geschäftsrisiken. Je 37% der 2’400 Risikoexperten aus 86 Ländern zählen diese beiden Risiken zu den Top-3 Gefahren für ihr Unternehmen.

Schweiz: Betriebsunterbrechung bleibt grösste Sorge

Das Schweizer Risikoranking zeigt leichte Unterschiede zu den weltweiten Ergebnissen. Hierzulande bleibt der Betriebsunterbruch (58% Nennung) das am häufigsten genannte Risiko, neu gefolgt von Cyberrisk (48% Nennung). Die Schlagzeilen zu den Handelskonflikten sowie zum Brexit gingen auch an den Schweizer Unternehmen nicht spurlos vorbei. Die Furcht vor rechtlichen Veränderungen rangiert neu auf Platz 3 (2018: 6).

Marcello Biondo, Risikoexperte bei Intermakler, bestätigt die Ergebnisse der Studie aus seiner eigenen Erfahrung: „Bei zahlreichen Kunden haben wir im vergangenen Jahr die Gefahrenlage hinsichtlich Cyberrisiken analysiert. Es gibt kaum ein Unternehmen, das sich derzeit nicht damit befasst. Das Bewusstsein für diese Risiken und ihre Folgen ist gewachsen und zugleich haben die Versicherer in der Zwischenzeit gute Lösungen entwickelt – daher dürften wir 2019 eine Fortsetzung dieses Trends erleben.“

Lesen Sie dazu unser Bulletin5 und die weiteren Blog-Beiträge zum Thema Cyberrisk.

Hinsichtlich der Betriebsunterbrechung sieht Marcello Biondo die Lage differenziert: „Für ein Produktionsunternehmen ist dies ein Schadenereignis mit finanziell schwerwiegenden Folgen. Ein Bürobetrieb (z.B. Beratungsunternehmen) wiederum dürfte dieses Risiko weniger hoch bewerten.“ Seine Aussage wird vom Allianz Risk Barometer bestätigt; bei den Dienstleistungsunternehmen (weltweit) figuriert der Betriebsunterbruch nicht unter den fünf meistgenannten Risiken.

KMU: Kleinbetriebe nennen Cyberrisiken als grösste Gefahr

Der Allianz Risk Barometer zeigt auch, dass vor allem kleine Unternehmen die Gefahr von Cybervorfällen erkannt haben. Mit 32% aller Nennungen steht diese Gefahr neu an der Spitze. „Kleinere Betriebe verfügen oft noch nicht über die nötige Infrastruktur und zum Teil auch nicht über die nötigen Mittel, um sich ausreichend vor Cyberangriffen zu schützen.“ Bei den mittelgrossen Unternehmen bleibt das Risiko eines Betriebsunterbruchs weiterhin die grösste Sorge.

Zum Allianz Risk Barometer 2019

Marcello Biondo

Über Marcello Biondo

Der Analytiker. Marcello denkt, bevor er handelt. Seine Aussagen haben Hand und Fuss, was für uns Gold wert ist. Er ist ein bodenständiger Typ, dem seine Familie Halt gibt. Als Sportfanatiker trimmt er seinen Körper beinahe täglich, ist aber auch ab und zu als Zuschauer und seit neustem als Trainer an einem Spielfeldrand anzutreffen.

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