Schutz vor Vertrauensschaden: Prävention und Versicherung

Der Vertrauensschaden ist das grösste Geschäftsrisiko der Digitalisierung. In unserem neuesten Fokus-Papier erklären wir, wie sich ein Vertrauensschaden definiert, mit welchen präventiven Massnahmen Sie sich schützen können, erörtern die wichtigsten Fakten zur Vertrauensschadenversicherung und geben Antworten auf die häufigsten Fragen.

Vertrauensschadenversicherung

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Fokus: Vertrauensschadenversicherung

Definition Vertrauensschaden

Von einem Vertrauensschaden ist dann die Rede, wenn Mitarbeitende oder andere Vertrauenspersonen (z.B. Fremdpersonal, Treuhänder, Berater) durch unerlaubte, böswillige Handlungen einem Unternehmen finanziellen Schaden (Vermögensschaden) zufügen.

Die zunehmende Digitalisierung des Geschäftsalltags hat massgeblich dazu beigetragen, dass in den letzten Jahren eine Zunahme der Vertrauensschäden verzeichnet wurde. Auch aus diesem Grund haben die meisten Anbieter den Betrug durch Externe sowie den Bereich Cyberkriminalität in die Vertrauensschadenversicherung integriert.

Weitere Erklärungen zum Vertrauensschaden

Schutz vor Vertrauensschaden

Prävention

Die Gefahr von Betrug durch Vertrauenspersonen kann mittels präventiver Massnahmen innerhalb der Organisation gesenkt werden. Darunter fallen beispielsweise:

  • Verteilung von finanzrelevanten Prozessen auf mehrere Angestellte (Funktionstrennung)
  • Anwendung des 4-Augen-Prinzips bei Überweisungen von hohen Geldbeträgen, indem eine Zahlungsanweisung erst nach der Freigabe einer weiteren Person ausgelöst wird
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden auf Cyber-Risiken sowie Verbesserung der IT-Sicherheit
  • Regelmässige Stichproben-Kontrollen der Handlungen von Mitarbeitenden
  • Tiefgehende Prüfung neuer Mitarbeitenden mit weitreichenden Kompetenzen
  • Einrichtung eines internen Kontrollsystems sowie regelmässige Audits

Mittels einer Analyse sind die Risiken zu identifizieren sowie bestmöglich durch innerbetriebliche Eingriffe zu senken. Das Restrisiko lässt sich mittels einer Vertrauensschaden-Versicherung abdecken, wobei präventive Massnahmen vom Versicherer in einem zumutbaren Rahmen vorausgesetzt werden.

Vertrauensschadenversicherung

Die Vertrauensschadenversicherung schützt das Vermögen eines Unternehmens vor unrechtmässigen Eingriffen durch Vertrauenspersonen und Betrug Externer. Sie wird heutzutage von verschiedenen Anbietern angeboten und in der Regel mit Elementen der Cyber-Kriminalität kombiniert. Die versicherte Schadensumme sowie der Selbstbehalt lassen sich weitestgehend frei wählen.

Die wichtigsten Fakten zur Vertrauensschadenversicherung

  • Als Vertrauenspersonen gelten die Arbeitnehmer und die mit der Leitung oder Beaufsichtigung des Betriebs betrauten Personen (Verwaltungsräte, Stiftungsräte) aber ebenso Dritte, denen Zugang zum Unternehmen anvertraut wird.
  • Auf mehrere hundert Millionen Franken (Quelle: Zurich Versicherung) belaufen sich jährlich die Schäden, die durch einen Vertrauensmissbrauch entstehen.
  • Die Versicherung deckt in der Regel folgende Schadenfälle: Betrug mit falscher („Fake President Fraud“) oder fremder („Fake Identity Fraud“) Identität durch Dritte, betrügerische Überweisungen („Payment Diversion“), Datenmissbrauch (z.B. „Man-in-the-Middle“ oder „Social Engineering“), Betrug (Diebstahl, Unterschlagung, Sachbeschädigung), Veruntreuung sowie Geheimnisverrat durch Vertrauenspersonen, Hackerschäden durch gezielte Eingriffe Dritter.
  • Finanzielle Schäden, die durch Mitarbeitende oder andere Vertrauenspersonen durch zum Beispiel Betrug oder Veruntreuung verursacht werden, sind in der Regel kein Bestandteil der üblichen Betriebshaftpflicht-Versicherung.
  • Eine Versicherung deckt die Schadensumme sowie Schadenermittlungs- und Rechtsverfolgungskosten.
  • Inhaber, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat reduzieren mit einer Vertrauensschadenversicherung ihr persönliches Haftungsrisiko.

Pro-Kontra-Vergleich für eine Vertrauensschadenversicherung

PRO

  • Die Zahl an Vertrauensschäden steigt. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen macht Unternehmen zunehmend verwundbar durch Angriffe von aussen und kein Unternehmen ist vor krimineller Energie von Mitarbeitenden sowie böswilligen Angriffen von aussen gefeit.
  • Die Versicherung von Vertrauensschäden mindert das persönliche Haftungsrisiko der Inhaber, Geschäftsleitung sowie des Verwaltungsrats und senkt das Geschäftsrisiko.
  • Unbewilligte Geldüberweisungen, beispielsweise systematisch über längere Zeit oder nach Erpressung, können für das Unternehmen, vor allem für kleine und mittlere Betriebe ein existenzbedrohendes Ausmass annehmen.
  • Auch kleinere Vergehen wie der Diebstahl von Waren oder Datenmissbrauch fügen dem Unternehmen beträchtlichen Schaden zu, unter anderem in Form von Reputationsschäden.

KONTRA

  • Die Wahrscheinlichkeit eines Betrugs kann mittels präventiven Massnahmen massgeblich gesenkt werden.
  • Trotz der Zunahme von Vertrauensschäden ist die Wahrscheinlichkeit Opfer eines schwerwiegenden Angriffs zu werden für viele Unternehmen weiterhin gering.

Haben Sie Fragen zum Thema Vertrauensschaden. Unsere Experten stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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2 Antworten zu Schutz vor Vertrauensschaden: Prävention und Versicherung

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