Unser Kommentar zur Altersvorsorge 2020

Intermakler macht keine Politik. Deshalb plädieren wir an dieser Stelle weder für noch gegen die Vorlage. Als Vorsorgeexperten verfolgen wir die Diskussion aber selbstverständlich mit grösster Aufmerksamkeit. Ein Kommentar von Inhaber Michael S. Schüpbach und Fabian Loosli, Leiter Vorsorge.

Und in 30 Jahren?

von Michael S. Schüpbach

Michael Schüpbach

Die berühmten Babyboomer sind ein wichtiger Grund für den aktuellen Reformbedarf in der AHV. Wegen ihnen und der steigenden Lebenserwartung steigt die Anzahl Pensionierte, deren Renten es zu finanzieren gilt. Aber: In 30 Jahren werden viele von ihnen aus dem Leben geschieden sein und keine Rente mehr beziehen. Wenn es der Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt gut geht, werden sich die Finanzen der AHV in positiverem Licht präsentieren. Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär! Denn die Berechnungen zur Altersvorsorge 2020 beruhen wie bei solchen Vorlagen üblich auf Prognosen. Die Entwicklung der Anlagemärkte, der Immigration, der Wirtschaft und der Lebenserwartung werden aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre prognostiziert. Falls die Pensionskassen in Zukunft höhere Erträge mit ihrem Kapital erzielen, als heute angenommen, würde ein höherer Umwandlungssatz wieder zum Thema. Falls die Immigration entgegen den Prognosen zunimmt oder es einen wirtschaftlichen Aufschwung gibt, hätte die AHV ein weniger grosses Finanzierungsproblem. Die Altersvorsorge 2020 ist deshalb eine Glaubensfrage. Wie entwickeln sich die Wirtschaft und die Gesellschaft? Da wir es nicht wissen, wäre die einzig richtige Lösung, das Vorsorgesystem von diesen volatilen Einflussfaktoren zu befreien – eine völlig unrealistische Idee und deshalb kein Grund, die aktuelle Reform abzulehnen – im Wissen, dass die nächste Reform vor der Tür steht. Nach der Reform ist vor der Reform.

Ein Plädoyer für die dritte Säule

von Fabian Loosli

Keine Frage: Unser Drei-Säulen-System braucht eine tiefgreifende Reform. Denn die beiden grundlegenden Ziele, die Existenzsicherung durch die AHV und die Erhaltung des Lebensstandards durch die Pensionskasse, sind schon lange gefährdet. Und die „goldene Regel“, 60% der letzten Lohnsumme zu erzielen, verkommt bei vielen Rentnern zur Ausnahme. Umso mehr werden viele Menschen ihr Heil künftig in der privaten Altersvorsorge suchen und sich nicht von den staatlichen Sozialsystemen abhängig machen wollen. In der dritten Säule geniesst man die nötigen Freiheiten, um die Vorsorge nach eigenem Ermessen zu gestalten und Reserven einzubauen – oder anders gesagt: um idealerweise den letzten Lebensabschnitt mit mehr als 60% des letzten Einkommens zu geniessen. In diesem Zusammenhang sind die Schweizer Arbeitgeber gefordert ihre Angestellten über ihre Situation aufzuklären, ihnen die verschiedenen Möglichkeiten in der Vorsorge aufzuzeigen und sinnvolle Lösungen proaktiv zu unterstützen. Zudem sei an dieser Stelle wiederholt: Das Gesetz gibt das Minimum vor. Die Arbeitgeber haben auch in der zweiten Säule Spielraum, um besser für ihre Angestellten zu sorgen. Denn eine sichere Vorsorge soll nicht den Besserverdienenden vorbehalten sein.

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