Auf dem Pausenplatz versichert

Daniel Gobeli, der Rektor sowie Qualitäts- und Sicherheitsverantwortliche der Wirtschaftsschule Thun (www.wst.ch), erklärt Bulletin5, warum er vom Bank- ins Bildungswesen wechselte. Und er spricht über die besonderen Risiken bei der Aufsicht über Schülerinnen und Schüler.

Herr Gobeli, Sie sind gelernter Bankkaufmann. Warum haben Sie ins Bildungswesen gewechselt?
Ich bin selbst ein Kind und grosser Fan unseres dualen Bildungssystems. Mir liegt die Arbeit mit Menschen, insbesondere in Teams. Dies kam im Bankenumfeld zu kurz. Ich finde es toll, gemeinsam etwas zu bewegen. Deshalb freut es mich auch ganz besonders, diese spannende Bildungsinstitution mit dem motivierten Team der Wirtschaftsschule Thun auf ihrem erfolgreichen Weg zu begleiten.

Seit August 2015 sind Sie Rektor der Wirtschaftsschule Thun. Was sind hierbei Ihre Aufgaben?
Das Prägen der strategischen Ausrichtung sowie das Übernehmen der Gesamtverantwortung für die Institution. Kurz: Gemeinsam mit dem Vorstand, der Geschäfts- sowie Schulleitung in Abhängigkeit des bildungspolitischen Umfelds die Weiterentwicklung der Schule gestalten.

Gobeli

Erklären Sie uns die verschiedenen Ausbildungen, die man an der Wirtschaftsschule Thun absolvieren kann.
Zurzeit werden in rund 60 Klassen 1’100 Auszubildende in der kaufmännischen Grundbildung und in der Grundbildung des Detailhandels ausgebildet. Im tertiären und quartären Weiterbildungsbereich besuchen pro Semester rund 1’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wirtschafts-, Informatik- und Sprachkurse. Der kaufmännische Arbeitsplatz ändert sich laufend. Die kaufmännischen Lehrgänge der Wirtschaftsschule Thun helfen mit, die aktuellen Anforderungen am Arbeitsplatz effizienter zu bewältigen.

Welches sind die besonderen Herausforderungen in Ihrer Aufgabe als Rektor?
Berufsfachschulen müssen sich heute – in viel höherem Masse als früher – in einem turbulenten Kontext bewegen und behaupten, der geprägt ist von einer Vielzahl und Vielfalt unterschiedlicher Ansprüche. Zwischen den Spannungspolen Bewahren und Erneuern, Konkurrieren und Kooperieren, Individualisieren und Standardisieren bin ich fast täglich herausgefordert, situativ und kreativ zu entscheiden. Da gilt es die Balance zu finden, die sowohl der gesamten Schule als auch ihrem Leitungsauftrag möglichst gerecht wird. Die Spannungen müssen sich zwar nicht auflösen, aber ausgehalten und intelligent beantwortet werden. Kooperationen und Teamarbeit sind da unabdingbar.

Was sind die Spezialitäten bei der Versicherung einer Wirtschaftsschule?
Hier gilt es sicher die Schnittstelle und die Abgrenzung zum Kanton und zum öffentlichen Recht zu nennen, und in diesem Zusammenhang die Versicherung der Lehrkräfte sowie des Verwaltungspersonals. Der Kanton macht Vorgaben, was die nötigen Versicherungen betrifft, wobei wir Haftpflicht- und Sachrisiken selbst versichern müssen. Im privatrechtlichen Teil können wir autonom entscheiden, tragen aber auch das Risiko selbst.

Welche besonderen Risiken kommen Ihnen in den Sinn?
Sicher das Haftungsthema „öffentlicher Raum“, zum Beispiel auf dem Pausenplatz, aber auch in Garderoben. Speziell sind auch die korrekte Versicherung von Austauschschülern sowie die Situation auf Reisen respektive bei Veranstaltungen mit den Schülern. Zu einem gewissen Teil haften wir für die Aktivitäten der Schüler während wir die Aufsicht haben.

Was sind Ihre Bedürfnisse, die Sie an einen Versicherungs- und Vorsorgebroker haben?
„Dem Profi vertrauen können“. Wir als Wirtschaftsschule sind Profi in der Grund- und Weiterbildung, Intermakler der Profi im Umgang mit Risiken, Versicherungen und Vorsorge.

Wie wichtig ist Ihnen die private Vorsorge? Haben Sie einen persönlichen Tipp an unsere Leser für die private Vorsorge?
Die Altersvorsorge darf sich nicht zur Sorge vor dem Alter entwickeln. Wer morgen ernten will, muss heute säen. Sicher geht es dabei auch um Geld, aber nicht nur. Das Modell eines bewusst selbst gestalteten Alterns, im Sinne einer selbst gesteuerten lebenslangen Entwicklung (z.B. lebenslanges Lernen), gehört da mit dazu.

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Mit Bulletin5 informieren wir Sie regelmässig über die wichtigsten Entwicklungen im Bereich von Versicherungen und Vorsorge. Fachartikel unterstützen Sie darin, auf dem neuesten Stand zu bleiben oder Ihre Lösung zu optimieren. Ausserdem lassen wir in der Rubrik Netzwerk unsere Partner und Kunden zu Wort kommen. Viel Platz gebührt auch unseren Mitarbeitenden, welche die Themen kommentieren und Sie mit ihren ganz persönlichen Tipps&Tricks unterhalten. Bulletin5 gibt es als Blog und als regelmässig erscheinender Newsletter.

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