Die Situation im Profisport

Das Schweizer Sozialsystem ist nicht auf Profisport-Karrieren zugeschnitten. Wir sagen warum und wie man diesem Umstand bei der Versicherungs- und Vorsorgeberatung von Athleten Rechnung trägt.

Die Profisportkarriere als Exot im Sozialversicherungssystem

Eine Profisportkarriere ist in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass der Athlet bis zum 20. Altersjahr wenig, danach 10 bis 15 Jahre sehr viel und schliesslich bis zur Pensionierung wieder durchschnittlich verdient. Dieser zwischenzeitliche, exponentielle Lohnanstieg (in der Schweiz gilt dieser Verlauf primär im Fussball und Eishockey sowie bei Individualsportlern) ist typisch für eine Profisportkarriere. Das Sozialversicherungssystem ist aber sinnvollerweise auf den klassischen Lohnverlauf ausgerichtet: stetig steigend bis 64/65 Jahre. Obwohl dem so ist, zeigt unsere Erfahrung, dass Profisportler und deren Familien tendenziell weniger an Versicherungen und Vorsorge denken als ein „normaler Arbeitnehmer“. Selbstvertrauen und Zuversicht überwiegen, die Risikosicht tritt in den Hintergrund.

Damoklesschwert Sportinvalidität

Der kritischste Moment betrifft die erste Karrierephase, zumeist bis zum 20. Altersjahr. Der Sportler gilt als Talent, hat einen Vertrag mit hohem Einkommen in Aussicht, aber verdient zu diesem Zeitpunkt noch das Gehalt eines Nachwuchsprofis, z.B. CHF 50‘000. Verletzt er sich zu diesem Zeitpunkt schwerwiegend (oder erleidet eine Krankheit) und wird sportinvalid, bemisst sich seine lebenslange Rente aufgrund des durchschnittlichen (und in diesem Fall eben tiefen) Lohns der letzten zwei Jahre. Der mögliche oder gar schon in Aussicht gestellte Lohnanstieg wird von Unfallversicherung und der beruflichen Vorsorge nicht miteinbezogen. Dieser Umstand ist umso problematischer, wenn der Athlet alles auf die Karte Sport gesetzt hat und keine Ausbildung absolviert hat.

Mit einer Sportinvaliditätsversicherung kann man hier entgegenwirken. Beispielsweise lässt sich eine Kapitalzahlung versichern, die im Unglücksfall ausbezahlt wird und eine Ausbildung oder ein Studium finanziert.

Vorsorge in der Blütephase

Zwischen dem 20. und 35. Altersjahr erzielen Profisportler zumeist das höchste Einkommen ihres Lebens. Sie gewöhnen sich an den damit verbundenen Lebensstil. In dieser Phase ist die Vorsorge von essentieller Bedeutung. Die finanziell lukrative Zeit sollten Profiathleten nutzen, um für ihre Zeit nach der Karriere vorzusorgen respektive um den Lebensstandard zu sichern: z.B. mittels Einkauf in die Pensionskasse, Säule 3a oder individueller Vorsorge. Dabei geht es nicht nur um sie selbst. Oftmals gründen Profisportler bereits in jungen Jahren eine Familie und erwerben Wohneigentum. Diese Aspekte gilt es im Rahmen einer Vorsorgeanalyse zu berücksichtigen.

Auf den Sportler zugeschnitten

Dank unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Profisport-Klubs wie dem BSC Young Boys, den EHC Biel-Bienne oder den FC Thun haben wir viel Erfahrung und Fachwissen rund um das Thema Profisport. In Zusammenarbeit mit dem Athlet erstellen wir ein Versicherungs- und Vorsorgekonzept, das auf die Eigenheiten und Bedürfnisse einer Profisportkarriere zugeschnitten ist und mit dem sich unvorhersehbare Wendungen in der Karriere zumindest finanziell abfedern lassen.

Michael S. Schüpbach

Über Michael S. Schüpbach

Der Enthusiast. Michael führt die Firma mit viel Leidenschaft und Scharfsinn; mit dem Ziel, sie jeden Tag weiter zu entwickeln. Er liebt Herausforderungen und geht sie voller Tatendrang an. Erholung findet er in der Natur: im Sommer beim «Aareschwumm» und im Winter im Tiefschnee.

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