Gemeinde-Spezial: „Eigentlich bin ich wunschlos glücklich“

Bulletin5 durfte mit Barbara Hayoz, der ehemaligen Gemeinderätin der Stadt Bern, über ihre aktuelle Tätigkeit, ihr Engagement beim BSC YB und über die Themen Versicherungen und Vorsorge sprechen.
(Das Interview wurde Anfang April geführt.)

Hayoz

Bulletin5 (B5): Liebe Frau Hayoz, beginnen wir das Gespräch mit einem Ihrer Hobbies, dem Fussball. Wie zufrieden sind Sie im Moment mit YB?
Barbara Hayoz (BH): Ich schwebe auf einer gelb-schwarzen Wolke! Nein, im Ernst: YB ist seit 12 Spielen ungeschlagen und zeigt vor allem im Stade de Suisse begeisternden Fussball. Wenn es der Mannschaft gelingt, ihr Potenzial auch auf fremden Plätzen abzurufen, werde ich sehr zufrieden sein.

(B5): Seit bald zwei Jahren sind Sie Verwaltungsrätin der Sport & Event Holding AG, der Muttergesellschaft des Stade de Suisse und des BSC Young Boys. Kann man sagen, dass Sie Ihr Hobby ein stückweit zum Beruf gemacht haben?
(BH): Ja.

(B5): Sie sind Mitglied von sechs Verwaltungsräten, eines Stiftungsrats und eines Verwaltungsausschusses. Welche Rolle nehmen Sie in diesen Gremien ein und welches Fachwissen können Sie am meisten einbringen?
(BH): Die Rollen sind vielseitig und unterschiedlich. Gemeinsam sind allen die strategische Führung sowie die sorgfältige Auswahl der mit der Geschäftsführung betrauten Personen. Als Präsidentin ist die umsichtige Führung des Gremiums ein wichtiger Punkt und braucht manchmal
auch etwas «Fingerspitzengefühl». Sicher helfen mir dabei auch meine Erfahrungen aus der Politik.

(B5): Welche Projekte und Aufgaben beschäftigen Sie zurzeit am meisten?
(BH): Die Projekte und Aufgaben sind vielschichtig und sehr spezifisch. Gegenwärtig sind es vor allem Fragestellungen rund um die Weiterentwicklung und zukünftige strategische Ausrichtung der Unternehmen in einem sich immer schneller verändernden Umfeld.

(B5): Kommen wir auf das Schwerpunktthema dieser Bulletin5-Ausgabe zu sprechen. Inwiefern waren Sie selbst als Gemeinderätin der Stadt Bern mit Versicherungen und Vorsorge konfrontiert?
(BH): Sehr direkt und unmittelbar. Als Finanzdirektorin oblag das Dossier Versicherungen und Vorsorge meiner Direktion. Zudem war ich während meiner Amtszeit Präsidentin der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern mit 5‘258 aktiven Versicherten und 3‘718 Rentnerinnen und Rentnern.

(B5): Wie gehen die Gemeinden Ihrer Erfahrung nach mit dem Thema um?
(BH): Im Grossen und Ganzen professionell. Wobei ich Unterschiede zwischen den grossen Städten sowie Gemeinden mit ihren fachkundigen Stäben und kleinen Gemeinden feststellen konnte. Für Klein- und Kleinst- gemeinden, von denen wir im Kanton Bern übrigens noch (zu) viele haben, ist eine gute externe Beratung enorm wichtig, damit sie keine Versicherungslücken riskieren.

(B5): Wo sehen Sie diesbezüglich den grössten Handlungsbedarf?
(BH): Wie soeben ausgeführt: bei der Professionalisierung und sachkundigen Beratung von kleinen und sehr kleinen Gemeinwesen.

(B5): Ein weiteres Handlungsfeld sind sanierungs- bedürftige Pensionskassen. Ist die Altersvorsorge 2020 der richtige Weg oder sehen Sie Alternativen?
(BH): Das Reformprojekt des Bundesrats zur Altersvorsorge setzt in Sachen Pensionskassen auf Optimismus, um Rentensenkungen auf später zu verschieben. Mit seinem Reformprojekt «Altersvorsorge 2020» will er zwar den Umwandlungssatz von derzeit 6,8% (bei welchem pro 100‘000 Franken Alterskapital 6‘800 Franken Jahresrente fliessen) schrittweise auf 6% senken, doch auch dies würde aus heutiger Sicht noch zu hohe Renditen verlangen. Verschiedene Berechnungs-Szenarien zeigen auf, dass der Bundesrat mit seinem Kurs schmerzhafte Rentensenkungen zulasten der Jüngeren auf später verschiebt. Alternativen wären eine bedeutendere Senkung des Mindestumwandlungssatzes oder eine moderate Erhöhung der Mehrwertsteuer.

(B5): Zurück zu Ihnen. Wie sieht Ihre ganz persönliche, private Philosophie bei Versicherungen und Vorsorge aus?
(BH): In diesem Bereich bin ich ein sehr vorsichtiger Mensch. Ich wähle wann immer möglich die Variante mit der höchsten Deckung. Sei dies eine Vollkasko-Versicherung für meinen «Mini», die private Abteilung im Falle eines Spitalaufenthaltes oder die freiwillige Einzahlung in die 3. Säule.

(B5): Und zum Schluss. Wenn Sie für 2015 noch drei Wünsche frei hätten. Welche wären das?
(BH): Eigentlich bin ich wunschlos glücklich. Aber wenn es denn sein soll: Schweizer Fussball-Meister BSC Young Boys!

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