Das „Wagnis“ bei Skitouren: die Versicherungssituation

Gemäss Art. 39 UVG/50 UVV werden bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt. Wann aber gilt eine Handlung als Wagnis im rechtlichen und versicherungstechnischen Sinn? Bezogen auf Skitouren, die jetzt wieder aktuell sind, kann die Situation wie folgt umschrieben werden. Wenn Sie Regeln und Vorsichtsgebote „schwerwiegend missachten“, gilt eine Schneesportaktivität abseits markierter Pisten als Wagnis. Man spricht dann vom „relativen Wagnis“. Eine schwerwiegende Missachtung ist es dann, wenn Sie Warnhinweise zu Lawinen-/Schneebrettgefahr oder die FIS-Verhaltensregeln nicht beachten. Als „absolutes“ Wagnis gelten dagegen Extremsportarten wie Ski-Geschwindigkeits-Rekordfahrten, Speedflying oder Snowcross.

Deshalb meine zwei Tipps für alle Skitourenfahrer:

  • Die mögliche Kürzung der Geldleistungen kann in der UVG-Zusatzversicherung versichert werden.
  • Beim Antrag für eine individuelle Unfallversicherung sind allfällige Risikosportarten anzugeben, wenn sie versichert sein sollen. Deren Versicherungsdeckung erfordert eine spezielle Prämienkalkulation. Bei bereits abgeschlossenen Unfallversicherungen muss abgeklärt werden, ob die Risiko-Sportart versichert ist.

Haben Sie weitere Fragen? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Ansonsten wünsche ich Ihnen ein sicheres Ende der Wintersaison und verweise gerne auf den Artikel „Die besten Skigebiete“ von Michael S. Schüpbach.

Marcello Biondo

Über Marcello Biondo

Der Analytiker. Marcello denkt, bevor er handelt. Seine Aussagen haben Hand und Fuss, was für uns Gold wert ist. Er ist ein bodenständiger Typ, dem seine Familie Halt gibt. Als Sportfanatiker trimmt er seinen Körper beinahe täglich, ist aber auch ab und zu als Zuschauer und seit neustem als Trainer an einem Spielfeldrand anzutreffen.

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